Project Lighthouse Kenya

Project Lighthouse Kenya (PLK) und Project Lighthouse Africa als internationales Headquarter mit Sitz in Deutschland haben sich zum Ziel gesetzt, Kenia und andere afrikanische Länder bei der nachhaltigen infrastrukturellen Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Umwelt, Bildung und Handel zu unterstützen und so ein Leuchtturmprojekt für ganz Afrika aufzubauen.

Denn trotz vieler Probleme bietet Kenia ein ungeahntes Potenzial an motivierten Menschen, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten, die es zu aktivieren und gezielt zu fördern gilt. Das Prinzip der ungezielten Subventionen, das von vielen Industrienationen immer noch als Entwicklungshilfe angewandt wird, hat Afrika offensichtlich nicht zu einem (von finanzieller Entwicklungshilfe) unabhängigen Kontinent gemacht. Im Gegenteil, es besteht ein enormer Bedarf an gezielten Programmen zur Implementierung einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur, die es Kenia und anderen afrikanischen Ländern ermöglicht, in der globalisierten Wirtschaft erfolgreich zu sein.
Dazu sind Menschen mit gutem Bildungshintergrund sowie die Förderung von regionalspezifischen Märkten und Infrastrukturen – etwa im Bereich der Landwirtschaft, der Energieversorgung oder des Rohstoffhandels – sowie die Schaffung einer vertrauensvollen Basis für unternehmerische Aktivitäten unumgänglich. Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit sind wichtige Komponenten für den wirtschaftlichen Erfolg. Ohne Verlässlichkeit und Rechtssicherheit haben weder Geschäfte noch internationale Konzerne eine Chance zu entstehen. Ein ebenso wesentlicher Faktor ist die interkulturelle Kompetenz; ohne interkulturelle Kompetenz sind viele Projekte zum Scheitern verurteilt. Die genaue Berücksichtigung der regionalen und kulturellen Gegebenheiten ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Basierend auf diesen Leitgedanken konstituierten Gründungsmitglieder aus Deutschland, Kenia, Kamerun und Spanien im März 2010 den Verein Project Lighthouse Kenya und bildeten die Grundlage für die Verwirklichung der Vision eines von Spenden und Entwicklungshilfe unabhängigen Landes Kenia. Dabei profitiert der Verein vom Wissen und Know-how der Gründungsmitglieder, die Experten in ganz unterschiedlichen Bereichen sind – sei es Betriebswirtschaft, Unternehmertum, Forschung und Entwicklung, Finanzen, Projektmanagement, Recht, interkulturelle Kommunikation, Bildung oder Projektentwicklung.

Bereits im Februar 2009 nahm die erste gemeinnützige ProLight-Organisation namens Project Lighthouse Gambia ihre Arbeit im westafrikanischen Gambia auf. ProLightGambia (Westafrika) und ProLightKenya (Ostafrika) werden zukünftig als regional operierende NGOs unter dem Dach des internationalen Hauptsitzes Project Lighthouse Africa e.V. mit Sitz in Berlin/Deutschland agieren.


Erste Schritte im Gespräch mit der School of Journalism an der Universität von Nairobi als einem der offiziellen BMBF-Projektpartner

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Von links: Associate Director Dr. Muiru Ngugi, Senior Lecturer Dr. Hezron Mogambi, FU Berlin Projektleiter Matthias Duchscherer, Project Lighthouse Kenya Deputy Country Director Enrico Scharrenberg, Direktor des SoJ Dr. Wambui Kiai

Nairobi – Forschungsschwerpunkte, erste Schritte, Workshop-Vorbereitungen – die Themen des Treffens mit einem der offiziellen Projektpartner, der School of Journalism (SoJ) an der Universität von Nairobi. Matthias Duchscherer und Enrico Scharrenberg besprachen die ersten Schritte des BMBF-Forschungsprojekts mit Dr. Wambui Kiai, Direktor von SoJ; der assoc. Direktor Dr. Ngugi und Senior Lecturer Dr. Mogambi.


Treffen im UNESCO-Büro Nairobi zum BMBF-Forschungsprojekt

Treffen im UNESCO-Büro Nairobi
Erfolgreiches Treffen im UNESCO-Büro in Nairobi. Von links: ProLightKenya Dep. Landesdirektor Enrico Scharrenberg, UNESCO-Berater Jaco Du Toit, Projektleiter der FU Berlin Matthias Duchscherer

Nairobi – In einem ersten Treffen bei der UNESCO in Nairobi diskutierten der Projektleiter der Freien Universität Berlin, Matthias Duchscherer, und der stellvertretende Landesdirektor von Project Lighthouse Kenya, Enrico Scharrenberg, mit Jaco Du Toit, Berater für Kommunikation und Information im UNESCO-Regionalbüro für Ostafrika, Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Thema des gelungenen Treffens war das Forschungsprojekt “ IKT-basierte lokale Informations- und Kommunikationssysteme für eine nachhaltige Entwicklung“.


Internationales Forschungsprojekt zu IKT-basierten lokalen Informations- und Kommunikationssystemen zur Unterstützung von Entwicklung

In einem vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten Projekt prüft ein internationales Forscherteam derzeit die Möglichkeit eines international vergleichenden Forschungsprojekts zur Nutzung digitaler und mobiler Medien in europäischen und afrikanischen Ländern.

Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die Rolle von Kommunikation und Mediennutzung im Kontext von Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten und schließt Forscher von der Freie Universität Berlin , University of the Gambia , Universität von Nairobi und Forschern aus Sierra Leone sowie Geschäftspartnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen wie ‚Project Lighthouse Africa‘ und seinen Tochterunternehmen Project Lighthouse Kenya und Project Lighthouse Gambia. Zentrale Fragen sind: Wie sind die Einstellungen und das Wissen der lokalen Bevölkerung über die Umweltsituation in ihrer Region? Welche Rolle spielen die lokalen und regionalen Medien (einschließlich Radio und IKTs wie das Mobiltelefonsystem) in diesem Zusammenhang? Eine weitere Forschungsfrage ist es herauszufinden, welche Anwendungen / Inhaltsform / mobilen Medienkanäle genutzt werden könnten (oder entwickelt werden müssen), um die Bevölkerung zu erreichen. Daher sollen bereits vorhandene Best-Practice-Beispiele (insbesondere in Ostafrika, wie Kenia) beschrieben und im Kontext der Projektziele bewertet werden.

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Integriertes und nachhaltiges Mühlen- und Farmentwicklungsprojekt in Kenia

(Projekt in Vorbereitung)

Eine nachhaltige und effiziente Landwirtschaft, die quantitative und qualitative Steigerung der Produktion von Klein- und Kleinstbauern, ein besserer Zugang zu Märkten, der Transport von Produkten aus dem ländlichen Raum zu den Marktzentren und eine krisenfeste Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln: Das sind die Herausforderungen in vielen afrikanischen Ländern mit hohem sozioökonomischem und gesellschaftspolitischem Einfluss.
ProLightAfrica und die Tochtergesellschaft ProLightKenya streben mit einem integrativen, nachhaltigen und krisenfesten Mühlen- und Farmentwicklungsprojekt einen wichtigen und gesellschaftlich relevanten Beitrag zur infrastrukturellen Entwicklung Kenias an. Das Konzept soll auch als Leuchtturmprojekt für andere (ost-)afrikanische Länder dienen.

Mit unserem autarken Mühlen- und integrierten Farmentwicklungs-Masterplan wollen wir zum einen eine krisenfeste Versorgung der Bevölkerung mit stabilen Lebensmitteln (Maismehl, Casavamehl) zu einem fairen Preis ermöglichen. Andererseits wollen wir mit dem Konzept eine Option für eine nachhaltige Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebes bieten.

Das Konzept ist modular aufgebaut. Je nach örtlichen Gegebenheiten können verschiedene Module kombiniert und an die Situation angepasst werden.

Visualisiertes Konzept Mais Fram Development Projekt frei

In einem ersten Schritt wollen wir eine Produktionslinie für Bananenmehl aufbauen, um Bananenbauern bei der Vermarktung ihrer Produkte auf dem deutschen und europäischen Markt zu unterstützen. In Deutschland entwickelt sich ein neuer Markt für Bananenmehl. Besonders Bananenmehl ist glutenfrei, hat einen hohen Proteingehalt und ist daher für die Lebensmittelindustrie sehr interessant. Für den Start des Projekts haben wir auf die Produktion von zwei kleinen lokalen Mühlen zurückgegriffen (die Produktion von Bananenmehl ist in Kenia nicht üblich und daher ist diese Art der Vermarktung von Bananen für die lokalen Bauern sehr neu). In einem zweiten Schritt wollen wir eine eigene Produktionslinie aufbauen, basierend auf unserem Konzept einer autarken Mühle.
Dazu gehören nach unserem Konzept:

  • Aufbau und Betrieb einer Bananenmühle
  • angegliedert an ein Biogas-BHKW zur autarken Energieversorgung
  • Nutzung von Biogas und KWK-Wärme für den Trocknungsprozess von Bananen
  • eigener Fuhrpark mit geländegängigen LKWs, die in der Lage sind, ländliche Farmen anzufahren, um die Bananen zur Mühle zu transportieren. (farm-to-market-roads solution).
  • Einrichtung eines Schulungszentrums für lokale Bauern

Es ist angedacht, eine erste Bananenmehlproduktion in Meru (Mount Kenia) und Busia (Grenze zu Uganda) aufzubauen, mit der Option, ein grenzüberschreitendes Farmentwicklungsprogramm zwischen Kenia und Uganda zu betreiben.
Perspektivisch kann die Mühle zu einer kombinierten Mais-, Bananen- und Casavamühle ausgebaut werden, mit Kapazitäten zur Trocknung und Lagerung von Mais in großen Mengen.

Mit der Entwicklung und Umsetzung des Maismühlenkonzeptes betrachten wir die aktuelle Situation auf dem kenianischen Maismarkt. Eine Handvoll großer Maismühlen kartelliert den Mais- und Maismehlmarkt in Kenia. Daher diktieren sie die Produktionsbedingungen, Einkaufs- und Verkaufspreise. Zum Beispiel nimmt keine der acht großen Maismühlen nassen Mais von den Landwirten an, weil die Mühlen keine Möglichkeit zur Maistrocknung anbieten. Aus diesem Grund bleibt eine große Anzahl von Maisbauern auf ihrer Ware sitzen, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Mais getrocknet zu bekommen. Im schlimmsten Fall müssen sie ihre Ernten komplett aufgeben und zerstören (wie 2010 in Ostkenia geschehen).
Gerade in Zeiten der Krise treibt das Mühlenkartell die Maispreise in schwindelerregende Höhen, während sie sekundär von subventioniertem Importmais profitieren. Und der lokale Maisbauer bleibt auf seinem Mais sitzen, mehr als zuvor.

Durch den integrierten und autarken Ansatz erreichen wir nicht nur eine nachhaltige Farmentwicklung und eine stabile Lebensmittelversorgung der ansässigen Bevölkerung in Krisenzeiten. Wir halten uns auch die Option offen, Maismehl zu einem erschwinglichen und fairen Preis anzubieten, abgesehen von der Preisrallye, die von Spekulanten, Geschäftemachern und Schnäppchenjägern initiiert wurde. Dies wird auch das Image unseres Projekts und der beteiligten Parteien verbessern.

Wenn Sie dieses oder ein anderes Projekt unterstützen wollen, können Sie für dieses Projekt spenden, Fördermitglied werden oder als Sponsor oder Projektförderer mitarbeiten. Schauen Sie sich auch geplante und abgeschlossene Projekte auf der Website unseres internationalen Hauptsitzes Project Lighthouse Africa an. Für weitere Informationen können Sie uns gerne telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.


Deutsch-ostafrikanischer Mediendialog in Nairobi

Der deutsche Botschafter in Kenia, Walter Lindner
Der deutsche Botschafter in Kenia, Walter Lindner, eröffnete den Mediendialog in Nairobi

Nairobi – Welche Rolle spielen die Medien in Ostafrika bei innenpolitischen Krisen‘ und wie wirken sich die Einflüsse von Stamm und Ethnie auf die Berichterstattung aus? Welche Chancen bieten die netzbasierten sozialen Medien für einen stärkeren partizipativen, zivilgesellschaftlichen Dialog?

Dies waren die zentralen Fragen des deutsch-ostafrikanischen Mediendialogs, den das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) im Auftrag des Auswärtigen Amtes Ende Mai 2009 in Nairobi durchführte. Matthias Duchscherer unterstützte die Konferenzorganisation als wissenschaftlicher Berater und hielt während des zweitägigen Mediendialogs einen Vortrag über die Relevanz von Internet und mobiler Kommunikation bei innenpolitischen Krisen am Beispiel der Post-Election-Crisis in Kenia.


Coaching der Redaktion bei Capital FM 98,4

GroupFoto CFM

In einem zweitägigen Redaktionscoaching beriet Matthias Duchscherer im Juni 2009 Redakteure und Reporter von Capital FM in Nairobi. Der Sender ist einer der größten und erfolgreichsten Radiosender in Kenia. Schwerpunkt des Coachings waren Verbesserungsvorschläge für das Redaktions- und Qualitätsmanagement des Radiosenders.

Der Präsident von ProLightAfrica verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der journalistischen Ausbildung u.a. durch seine langjährige Tätigkeit als Leiter und Ausbilder des Journalismus-Seminars am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau sowie durch die Beratung und Unterstützung der Hauptredaktion von medienbewusst.de, eine Online-Initiative zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern.


Vortrag an der Universität von Nairobi

Nairobi – Welche Auswirkungen hatten mobile Kommunikation und Internet während der Krise nach den Wahlen in Kenia? An der Universität von Nairobi hielt Matthias Duchscherer einen Vortrag über die Relevanz von Social Media bei innerstaatlichen Krisen. In einer lebhaften Diskussion diskutierten rund 70 Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren mit dem deutschen Wissenschaftler und Medienexperten über die Bedeutung und den Einfluss von Internet und mobiler Kommunikation während der Krise nach der Wahl in Kenia 2008. Die UoN’s School of Journalism hat Matthias Duchscherer im Juni 2009 für die Vorlesung eingeladen.


Forschungsprojekt: Relevanz von mobiler Kommunikation und Internet bei innenpolitischen Krisen

PEV

Welche Rolle spielen die Medien in Ostafrika bei innenpolitischen Krisen? Welche Chancen bieten die netzbasierten sozialen Medien für einen partizipativeren, zivilgesellschaftlichen Dialog?

In einer explorativen Feldstudie (Dez. 2007 – Apr. 2008) beschäftigte sich Matthias Duchscherer mit der Relevanz von mobiler Kommunikation und Internet bei innenpolitischen Krisen am Beispiel der Krise nach der Wahl in Kenia. Methodische Grundlage der Studie waren die teilnehmende Beobachtung und qualitative Tiefeninterviews u.a. mit Bloggern, Journalisten, Kennern der politischen Szene und Empfängern von Hass-SMS.

Die Ergebnisse der Studie wurden von Matthias Duchscherer an der Universität Nairobi und beim Deutsch-Ostafrikanischen Mediendialog in Nairobi im Mai 2009 vorgestellt. Die Konferenz, an der Journalisten und Wissenschaftler aus Deutschland und Ostafrika teilnahmen, wurde vom Institut für Internationale Kulturbeziehungen (ifa) organisiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der International Research Group on Crisis Communication (IRGoCC) unter der Rubrik Forschungsprojekte.